Arbeitstage zählen in Excel: NETTOARBEITSTAGE, Teilzeitmuster und Fristen
Wie viele Arbeitstage hat der Monat? Wann endet eine Frist von zehn Arbeitstagen? Beides beantwortet Excel mit wenigen Funktionen, wenn Sie wissen, wie sie Wochenenden und freie Tage behandeln. Dieser Artikel zeigt die Funktionen NETTOARBEITSTAGE, NETTOARBEITSTAGE.INTL, ARBEITSTAG und ARBEITSTAG.INTL mit Rechenbeispielen, einschließlich Teilzeitmustern wie „Montag, Mittwoch, Freitag“.
Die Grundfunktion: NETTOARBEITSTAGE
Die Syntax lautet:
=NETTOARBEITSTAGE(Startdatum; Enddatum; [Freie_Tage])
Die Funktion zählt alle Tage von Montag bis Freitag zwischen Start und Ende. Wichtig: Start- und Enddatum zählen selbst mit, sofern sie Arbeitstage sind. Samstag und Sonntag werden nie gezählt. Das dritte Argument ist optional und verweist auf eine Liste von Datumswerten, die zusätzlich als frei gelten.
Beispiel Oktober 2026: Der 1. Oktober ist ein Donnerstag, der 31. ein Samstag. Der Monat enthält 2 + 5 + 5 + 5 + 5 = 22 Tage von Montag bis Freitag. Also gilt:
=NETTOARBEITSTAGE(DATUM(2026;10;1);DATUM(2026;10;31))
Ergebnis: 22. Mit DATUM erzeugen Sie die Daten sicher als echte Datumswerte. Als Text eingetippte Daten führen oft zu Fehlern.
Die Liste der freien Tage
Legen Sie die freien Tage in einer eigenen Spalte ab, zum Beispiel in H2 abwärts, und geben Sie jedes Datum als echtes Datum ein (TT.MM.JJJJ). Die Liste pflegen Sie selbst: Welche Tage in Ihrem Bundesland oder Betrieb frei sind, tragen Sie dort ein und prüfen es für jedes Jahr neu. Dieser Artikel nennt bewusst keine Termine.
Als Beispiel nehmen wir einen Betriebsausflug am 12.10.2026 (Montag) und einen Brückentag am 13.10.2026 (Dienstag) in H2 und H3. Dann:
=NETTOARBEITSTAGE(DATUM(2026;10;1);DATUM(2026;10;31);$H$2:$H$3)
Ergebnis: 22 − 2 = 20. Fällt ein Eintrag der Liste auf ein Wochenende, wird er nicht doppelt abgezogen. Sie dürfen die Liste auch großzügig über mehrere Jahre führen; die Funktion berücksichtigt nur Daten innerhalb des Zeitraums. Lassen Sie keine Leerzeilen mit Text in der Liste stehen, das kann Fehler verursachen.
Tipp: Vergeben Sie über „Namen definieren“ den Namen FreieTage für die Liste. Dann lautet die Formel verständlich =NETTOARBEITSTAGE(...;FreieTage).
Den Monat dynamisch auswerten
Steht der Monat in J1 und das Jahr in J2, ermitteln Sie die Arbeitstage so:
=NETTOARBEITSTAGE(DATUM(J2;J1;1);MONATSENDE(DATUM(J2;J1;1);0);FreieTage)
MONATSENDE liefert den letzten Tag des Monats. Mit J1 = 10 und J2 = 2026 und der Liste oben ergibt sich wieder 20. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit Ihrem Tagessoll, erhalten Sie ein Monatssoll: 20 Arbeitstage × 8 Stunden = 160 Stunden. Wie ein Soll in einen Stundenzettel passt, zeigt Stundenzettel in Excel erstellen.
Andere Arbeitswoche: NETTOARBEITSTAGE.INTL
Arbeiten Sie nicht von Montag bis Freitag, nehmen Sie die INTL-Variante:
=NETTOARBEITSTAGE.INTL(Startdatum; Enddatum; [Wochenende]; [Freie_Tage])
Das Argument „Wochenende“ legt fest, welche Wochentage frei sind. Es gibt zwei Schreibweisen.
Zahlencode: 1 bedeutet Samstag und Sonntag frei (wie die Grundfunktion), 2 bedeutet Sonntag und Montag frei, 11 bedeutet nur Sonntag frei. Weitere Codes finden Sie in der Excel-Hilfe.
Textmuster aus sieben Zeichen: Das Muster beschreibt die Woche von Montag bis Sonntag. Eine 1 steht für „frei“, eine 0 für „Arbeitstag“. Samstag und Sonntag frei sieht so aus: "0000011". Ein Geschäft, das nur sonntags schließt: "0000001".
Teilzeitmuster: feste Wochentage
Arbeitet eine Person nur montags, mittwochs und freitags, lautet das Muster in der Reihenfolge Mo Di Mi Do Fr Sa So: 0 1 0 1 0 1 1, also "0101011".
=NETTOARBEITSTAGE.INTL(DATUM(2026;10;1);DATUM(2026;10;31);"0101011")
Zur Probe zählen wir im Oktober 2026: Montage am 5., 12., 19., 26. (4), Mittwoche am 7., 14., 21., 28. (4), Freitage am 2., 9., 16., 23., 30. (5). Summe: 13. Mit der Liste aus H2:H3 (Montag 12.10. und Dienstag 13.10.) fällt nur der Montag auf einen Arbeitstag dieser Person, der Dienstag ohnehin nicht:
=NETTOARBEITSTAGE.INTL(DATUM(2026;10;1);DATUM(2026;10;31);"0101011";$H$2:$H$3)
Ergebnis: 13 − 1 = 12.
Das Muster dürfen Sie auch in eine Zelle schreiben, etwa M2, und mit ...;$M$2;... darauf verweisen. Dann gibt es pro Person eine eigene Zeile. Wichtig: Formatieren Sie die Zelle vor der Eingabe als Text. Sonst macht Excel aus 0101011 die Zahl 101011, und die Formel liefert #WERT!. Ein Muster mit mehr oder weniger als sieben Zeichen oder mit anderen Zeichen als 0 und 1 führt ebenfalls zu #WERT!. Ein Muster nur aus Einsen („1111111“) ist ungültig.
Fristen berechnen: ARBEITSTAG
Die Gegenrichtung beantwortet ARBEITSTAG: Welches Datum liegt eine bestimmte Zahl von Arbeitstagen nach einem Ausgangsdatum?
=ARBEITSTAG(Ausgangsdatum; Tage; [Freie_Tage])
Der Starttag selbst zählt nicht mit. Beispiel: Ausgangsdatum Montag, 5.10.2026, 10 Arbeitstage, ohne freie Tage. Gezählt wird Di 6. bis Fr 9. (4 Tage), Mo 12. bis Fr 16. (9 Tage) und Mo 19. (10 Tage). Ergebnis: 19.10.2026.
Mit der Liste H2:H3 (12. und 13.10. frei): Di 6. bis Fr 9. sind 4 Tage, 12. und 13. fallen aus, Mi 14. (5), Do 15. (6), Fr 16. (7), Mo 19. (8), Di 20. (9), Mi 21. (10). Ergebnis: 21.10.2026.
=ARBEITSTAG(DATUM(2026;10;5);10;$H$2:$H$3)
ARBEITSTAG liefert eine Seriennummer. Formatieren Sie die Zelle deshalb als Datum, sonst sehen Sie eine Zahl wie 46316. Negative Tage rechnen rückwärts: =ARBEITSTAG(DATUM(2026;10;21);-10;$H$2:$H$3) führt vom 21.10. wieder zum 5.10. zurück.
Für ein Teilzeitmuster gibt es ARBEITSTAG.INTL(Ausgangsdatum; Tage; [Wochenende]; [Freie_Tage]) mit derselben Mustersyntax wie oben.
Typische Fehler
- Daten als Text: Prüfen Sie, ob die Daten rechtsbündig stehen, ein Zeichen für echte Datumswerte.
- Grenzen zählen mit: Wer „Tage zwischen“ zählen will, ohne den Starttag, muss selbst um 1 verringern.
- Liste nicht aktualisiert: Fehlt das neue Jahr in der Liste, rechnen die Funktionen es als normale Arbeitstage.
- Ältere Excel-Versionen: Die INTL-Funktionen gibt es seit Excel 2010.
Auch für Urlaubsplanung ist das nützlich: Wie viele Urlaubstage eine Abwesenheit verbraucht, hängt von den Arbeitstagen des Zeitraums ab. Mehr dazu in Urlaubsplaner in Excel erstellen. Welche Regeln für Urlaubsberechnung und Fristen bei Ihnen gelten, müssen Sie gesondert prüfen.
Hinweis
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